Bautagebuch: Die Gärtnerei aus Rechtenbach

Historische Aufnahme der Gärtnerei aus Rechtenbach

Historische Fachwerkbauten können im Freilichtmuseum Hessenpark seit über 40 Jahren bewundert werden. Mehr als 100 dörfliche Gebäude aus natürlichen Baustoffen wie Holz, Stein und Lehm bilden das Fundament des Museums. Nun wird der Hessenpark um ein Gebäude aus Stahl und Glas reicher: Nach rund einjähriger Planungs- und Vorbereitungszeit beginnt in Kürze in der Baugruppe Mittelhessen der Aufbau der Gärtnerei aus Hüttenberg-Rechtenbach. In unserem Bautagebuch berichten wir einmal im Monat über die Fortschritte auf der Baustelle.

11. April: Erster Spatenstich

Zum ersten Spatenstich am 11. April waren zahlreiche Gäste geladen. Mit von der Partie waren unter anderem Museumsleiter Jens Scheller, der Vorstandsvorsitzende des Förderkreises Jürgen Banzer, Norbert Breidenbach vom Vorstand der Mainova AG, der Erste Beigeordnete der Gemeinde Hüttenberg Rudi Weber und die ehemalige Besitzerfamilie Weidmann. Im Laufe des Monats Mai beginnen die Bauarbeiten. Jens Scheller freut sich auf den Zuwachs im Museumsgelände: „Historische Nutz- und Zierpflanzen werden – wie viele andere Bestandteile unseres kulturellen Erbes auch – im Hessenpark bewahrt und erlebbar gemacht. In der Gärtnerei aus Rechtenbach findet unsere Arbeit mit Kulturpflanzen endlich einen angemessenen Ort. Bald dürfen unsere Gäste Gewächshausluft schnuppern und sich auf eine neue wunderbare Attraktion freuen!“

18. Mai: Abbau am alten Standort abgeschlossen

Stroh zu Gold spinnen können auch die versiertesten Mitarbeiter des Hessenparks nicht, obwohl die Erhaltung alter handwerklicher Fertigkeiten zu den definierten Zielen des Museums gehört. Im Rahmen eines Gärtnereiprojekts wird es aber immerhin gelingen, die über 50 Jahre alten Metallteile einer ehemaligen mittelhessischen Gärtnerei wieder zum Leben zu erwecken. In den wiedererrichteten Gewächshäusern werden wir in den nächsten Jahren gezielt alte und vom Aussterben bedrohte Nutzpflanzen kultivieren. Die Gebäude haben wir inzwischen in Hüttenberg Rechtenbach abgebaut und in Einzelteilen ins Museum nach Neu-Anspach transportiert. Dass sich hinter dem Berg aus Metallstreben und Bindern die ausgeklügelte Rahmenkonstruktion eines Gewächshauses verbirgt, lässt sich auf den ersten Blick kaum erahnen. Die Spezialisten, die mit dem Aufbau betraut werden, haben hoffentlich in ihrer Kindheit ausgiebig an Metallbaukästen trainiert. Wenn alles nach Plan läuft, können Besucher den fertiggestellten Rohbau nach den Sommerferien im Museum bewundern.