Fotoalbum Walter Löber

Dieses digitale Fotoalbum beinhaltet zwanzig ausgewählte Bilder aus der Sonderausstellung. Sie zeigen Szenen aus dem alltäglichen Leben in Hessen zwischen 1932 und 1939 – es geht um den Alltag von Kindern, die frühere Bedeutung öffentlicher Brunnen und den üblichen Umgang mit Fahrkühen. Da nähere Angaben zu vielen Bildern fehlen, hoffen wir auf Ihre Mithilfe: Wenn Sie beim Stöbern in den alten Fotos Orte oder Personen wiedererkennen, freuen wir uns, wenn Sie Ihre Informationen mit uns teilen. Ihre Nachrichten nimmt Kurator Dr. Thomas Ostendorf gerne per E-Mail (thomas.ostendorf@hessenpark.de) entgegen. Sie unterstützen damit unsere wissenschaftliche Arbeit. Herzlichen Dank dafür!

Alltag von Kindern

Walter Löber (1906-1968) fotografiert aus Leidenschaft mit einer Leica II. Der gelernte Schreiner lebt in Donsbach, wo er auch eine Imkerei betreibt, mit der er sein Hobby finanziert. Mit dem Moped reist er durchs Land. Dank seiner fotografischen Begabung und seinem volkskundlichen Interesse hinterlässt er einzigartige Bilder vom Alltag in seiner hessischen Heimat. Nach dem Militärdienst im Zweiten Weltkrieg arbeitet er beim Hessischen Imkerbund als Berater, Herausgeber und Filmemacher. Löbers Fotografien von Kindern sind warmherzig – er zeigt sie beim Mithelfen in der Landwirtschaft, beim Kehren der Straße, beim Spielen oder einfach nur Dabeisein. Ein Klick auf die Bilder startet die Slideshow.

Alltag am Brunnen

Trinkwasser aus Leitungen ist heute Standard. Dabei ist diese Errungenschaft recht jung. Eine Großstadt wie Frankfurt kennt seit 1873 eine moderne, zentrale Wasserversorgung. In manchen hessischen Dörfern wird sie erst viel später nach 1960 oder 1970 eingerichtet. Öffentliche Brunnen mit fließendem Wasser stellen in den 1930er-Jahren noch häufig zentrale genossenschaftliche Einrichtungen für die Entnahme von Frischwasser dar. Wer Wasser braucht, holt es am Brunnen: Wasser zum Trinken, Waschen und Kochen, für die Körperpflege und zur Viehtränke. Die Brunnen im Dorf und in der Nachbarschaft werden von allen gehegt und gepflegt, denn sauberes Wasser ist lebensnotwendig. In Senken tritt es unter Druck von selbst hervor. Aus der Tiefe wird es geschöpft oder gepumpt. Brunnen sind Treffpunkte für die Erwachsenen und beliebte Spielplätze für die Kinder. Ein Klick auf die Bilder startet die Slideshow.

Alltag mit Kühen

In den 1930er-Jahren gehören Kühe zum Alltag im ländlichen Hessen. Sie stehen nicht nur auf Weiden, sondern leisten alle Feldarbeiten und beleben als Zugtiere das Straßenbild. Die vielen kleinen landwirtschaftlichen Betriebe werden oft nebenbei zur Selbstversorgung unterhalten. „Fahrkühe“ ersetzen hier die teuren Pferde und geben zudem die unentbehrliche Milch. Die Anspannung mit dem einfachen Stirnjoch lässt dem Kuhkopf kaum Bewegungsfreiheit. Solcherart „unterjocht“ werden Fahrkühe durch Zuruf oder mit dem Stecken gelenkt. Wegen des langsamen Trotts der Kühe können die Halter beim Führen des Viehs nebenhergehen. Bis in die 1950er-Jahre prägten die „Fahrkühe“ das Bild auf dem hessischen Land. Ein Klick auf die Bilder startet die Slideshow.