Bildstöcke

Innerhalb der Baugruppe Osthessen stehen zwei Bildstöcke, bei denen es sich um Kopien des Bildhauers Rainer Landgraf handelt. Bildstöcke wurden im Fuldaer Land mit dem Entstehen einer neuen katholischen Religiosität nach dem Dreißigjährigen Krieg besonders an den Konfessionsgrenzen nach Westen, Norden und Osten errichtet. Sie wurden als Dank für glücklich überstandene Krankheit, Gefahr oder Wallfahrt gestiftet und dienten als Glaubenshilfe für andere Menschen in ähnlichen Nöten sowie der persönlichen Andacht. Die ältesten heute noch vorhandenen Bildstöcke dieser Region gehen bis ins 16. Jahrhundert zurück, bis 1950 kennt man noch Neuerrichtungen. Eine Blütezeit gab es im 18. und 19. Jahrhundert.

Das 1714 errichtete Original des Bildstocks des Johannes Plappert und seiner Ehefrau Barbara Plappertin steht heute noch auf der Passhöhe des Weges von Oberbernhards nach Kleinsassen. Dargestellt sind die 14 Nothelfer, die man gerade als geschlossene Gruppe für besonders wirkungsvolle Fürbitter in Notzeiten hielt. Die Verehrung der 14 Not helfergeht bis ins ausgehende Mittelalter zurück. Mit Ausnahme des hl. Aegidius sind alle 14 Heiligen nach der Überlieferung in der Zeit der Christenverfolgung des 2. bis 4. Jahrhunderts den Märtyrertod gestorben. Für die Gläubigen waren die 14 Heiligen aufgrund ihrer zugefügten Attribute identifizierbar. Da diese Kenntnisse heute fast verloren sind, folgt nun eine Beschreibung der Nothelfer von links oben nach rechts unten: Blasius mit Doppelkerze, Barbara mit Kelch und Palme, Margaretha mit Drachen, Schwert und Palme, Katharina mit Rad und Palme, Christophorus mit Kind, Ägidius mit Hirschkuh, Cyriakus mit Buch und Kreuz, Achatius mit Dornenzweig, Georg mit Speer, Erasmus mit Winde und Bischofsstab, Pantaleon mit Händen über dem Kopf, Sixtus mit Bischofsstab und einem weiteren Stab, Eustachius mit großem Kreuz, Dionysius mit Kopf in den Händen.

Der Plappertsche Bildstock gilt als einer der schönsten im Fuldaer Land, sowohl von seinem Aufsatz her als auch von der Gesamtgliederung mit vierkantigem Sockel, der gewundenen, mit Wein verzierten Säule und dem korinthischen Kapitell.

Standort im Hessenpark