Trimm-dich-Pfad

In der Baugruppe Rhein-Main hinter der Hofanlage aus Anspach liegt der Trimm-dich-Pfad, der am 8. Juli 2017 eröffnet wurde. Der Hessenpark greift mit der Installation erstmals die sozial-gesellschaftlichen Entwicklungen und den Zeitgeist der 1970er-Jahre auf.

Der Begriff Trimm-dich-Pfad bezeichnet nicht nur Freizeit-Sportanlagen auf Waldpfaden oder in Parks, sondern steht auch stellvertretend für die Trimm-dich-Kampagne des ehemaligen Deutschen Sportbunds (DSB), welche 1970 ins Leben gerufen wurde. Diese zielte darauf ab, den Breitensport zu fördern und die mangelnde Bewegung der Deutschen im Alltag auszugleichen. Sport für alle unabhängig von Alter, Geschlecht und Fitnessstand – das war das Ziel des Aufrufs. Im Zuge dieser Bestrebungen entstanden Hunderte sogenannter Trimm-dich-Pfade in Deutschland, viele davon auch in Hessen. Die öffentlich zugänglichen Geräteanlagen erreichten einen enormen Bekanntheitsgrad, sodass noch heute viele Menschen aus eigener Erfahrung von deren Nutzung aus Kindertagen berichten können.

Der Trimm-dich-Pfad im Museum ist anhand von originalen Bauvorlagen des Deutschen Sportbunds aus dem Jahr 1973 entstanden. Er ist als Rundweg angelegt und besteht aus zehn Gerätestationen aus Robinienholz. Insgesamt lassen sich hier 14 Übungen durchführen. Anleitungen zur Übungsausführung geben Tafeln an den jeweiligen Stationen, die in Zusammenarbeit mit der Abteilung Sportmedizin des Instituts für Sportwissenschaften der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt erarbeitet wurden. Um die Trimm-Geräte aus heutiger Sicht nutzbar zu machen, mussten dabei historische Vorgaben in Einklang mit aktuellen sicherheitstechnischen Anforderungen und sportmedizinischen Erkenntnissen gebracht werden. Ergänzt wird der Geräteparcours durch die Trimm-Bahn, eine Laufstrecke, die sich durch teilweise versteckte Pfade in der Baugruppe Rhein-Main zieht. Der Trimm-dich-Pfad kann anhand der Erläuterungen an den Stationsschildern eigenständig, je nach den eigenen körperlichen Möglichkeiten, absolviert werden. Wer sich lieber in der Gruppe, angeleitet von zertifizierten Übungsleitern, trimmen möchte, darf sich auf Gruppenangebote und offene Trimm-Treffs freuen.

In einer zweiten Projektphase entstand ein Ausstellungsmodul zur Geschichte der Trimm-dich-Bewegung. Zeugnisse in Schrift und Bild geben Einblicke in die Geschichte der Breitensportbewegung von den 1970er- bis 1990er-Jahren.

Der Aufbau des Trimm-dich-Pfads wurde von der Taunus Sparkasse, dem Förderkreis Freilichtmuseum Hessenpark e.V. und dem Deutschen Olympischen Sport Bund (DOSB) gefördert.

Standort im Hessenpark