Backhaus

Den Beruf des Bäckers gab es in den Städten schon im Mittelalter, während in den ländlichen Gebieten Hessens das Brot noch lange Zeit selbst gebacken wurde. Ein gutes Brot erforderte Zeit und Mühe: Abends bereitete man aus einem kleinen Teigrest vom letzten Backtag einen Vorteig zu. Über Nacht entwickelte sich daraus genug Sauerteig als Triebmittel für eine größere Menge Brot. Am nächsten Tag musste der Teig mit Mehl, Wasser und Salz so lange gerührt und geknetet werden, bis er die gewünschte Festigkeit hatte. Dann wurde er zu Laiben geformt und zum Aufgehen in geflochtene Körbchen gelegt, die man auf einem Brett ins Backhaus trug. 

Brotbacken im Freilichtmuseum Hessenpark


Gemeindebacköfen gab es in der Gegend seit etwa 200 Jahren – laut einer gräflichen Verordnung sollte auf diese Weise Holz gespart werden. Es wurde in Gemeinschaften gebacken; wann der Ofen jeweils zur Verfügung stand, ermittelte man per Los.

Zwischen den Weltkriegen ging die Selbstversorgung zurück und die bäuerliche Bevölkerung kaufte in Läden ein, die sich nun auch auf dem Land verbreiteten.