Hessischer Kratzputz

Außenwand mit zwei Fenstern des Hauses aus Frankenbachn

Der hessische Kratzputz ist von der Deutschen Unesco-Kommission zum immateriellen Kulturerbe ernannt worden. Im Freilichtmuseum Hessenpark ist diese Putztechnik an mehreren Gebäuden zu sehen.

Beim Kratzputz oder Stippputz handelt es sich um eine sehr alte Form der Verzierung von Gefachen. Aufwändig gestaltete Lehmputzoberflächen gibt es seit etwa 1500. Nur sehr wenige sind erhalten geblieben. Der eigentliche Höhepunkt liegt im 18. und 19. Jahrhundert. Hierbei wurden Motive in dennoch feuchten Kalkputz gekratzt oder gestupft. Zwischen 1900 und 1960 wurde der Kratzputz in Zement ausgeführt. Neben Hessen gibt es diese Techniken auch in Franken, Sachsen und Thüringen. Für Hessen sind insbesondere die Regionen Biedenkopf, Marburg, Vogelsberg und der Dillkreis zu nennen. Heutzutage widmen sich nur noch vereinzelte Betriebe der Technik des Kratzputzes. Ein namhafter Fassadengestalter ist zum Beispiel die Malerfamilie Donges aus Herzhausen, die bis heute in siebter Generation Kratzputz im Raum Marburg und Biedenkopf ausführt. Auch verschiedene Einrichtungen wie zum Beispiel das Landesamt für Denkmalpflege Hessen und das Freilichtmuseum Hessenpark für die Erhaltung dieser Handwerkstechnik ein.

Hier im Museum können Besucher den hessischen Kratzputz an folgenden Gebäuden betrachten:

Haus Heck aus Friedensdorf

Scheune aus Damshausen:
Auf der rekonstruierten Rückseite der Scheune ist in einem Gefach die Jahreszahl 1782 und der Name der Malerfamilie Donges zu lesen. Dies ist der älteste in Hessen existierende Nachweis für den Stipp-Kratzputz, der Künstlername und Jahreszahl beinhaltet. 

Haus aus Frankenbach

Stall aus Fronhausen

Mühlengebäude aus Rörshain

Hessischer Kratzputz