Flachsverarbeitung

Flachsverarbeitung

Bevor in den ländlich geprägten Gebieten Hessens industriell gefertigte Textilien gekauft werden konnten, spielte die Herstellung von Wäsche und Kleidungsstücken eine große Rolle. Neben Wolle fand hierfür in erster Linie Flachs Verwendung. Dieser wurde fast überall angebaut, zu Leinen verarbeitet und in gebleichtem Zustand für die Fertigung von Leib-, Bett- und Tischwäsche oder auch Beuteln herangezogen. Der Flachs stand gewöhnlich hundert Tage lang auf dem Feld, bevor er gerauft wurde. Das heißt, der Flachsstängel wurde samt Wurzeln aus der Erde gezogen. Die getrockneten Flachsbündel wurden über einen eisernen Kamm, die Riffel, gezogen und damit die Samenkapseln abgetrennt. Die weiteren Arbeitsgänge hatten zum Ziel, die in dem Stängel verlaufenden Flachsfasern, aus denen später der Leinenfaden entstehen sollte, von den sie umgebenden holzigen Bestandteilen zu befreien. Flachsernte und Flachsverarbeitung gehörten zum Arbeitsbereich der Frauen.

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Standort im Hessenpark