Baugruppe Osthessen

Die Baugruppe betrachtet den östlichen Vogelsberg, die hessische Rhön, den Landrücken und das Fuldaer Land als bestimmende Landschaften. Dabei ist die Wasserkuppe in der Rhön mit 950 Metern der höchste Punkt aller hessischen Bergländer. Durch karge Böden war der Ackerbau in Osthessen seit jeher wenig ergiebig, sodass die Viehzucht die natürliche Lebensgrundlage für die überwiegend bäuerliche Bevölkerung bildete. Das Fuldaer Land ist eine Art Kernlandschaft Osthessens. Von hier aus prägt seit dem Mittelalter das katholische Hochstift Fulda die Kulturlandschaft mit einer unmittelbaren Einflussnahme auf die Siedlungstätigkeit und die Siedlungsform. Gründe für diese Einflussnahme sind neben einer territorialen Festigung der Region gegenüber dem Bistum Würzburg auch Sachzwänge, die sich aus dem Erbrecht (Anerbenrecht) ergeben. Nicht Erbberechtigte, die sich aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse mit dem Gedanken der Auswanderung trugen, sollten im Land ansässig bleiben. Diese weitflächige traditionsverbundene Besiedelung mit einer entsprechenden Sozialstruktur erhielt sich bis in die Gegenwart. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung ist bis heute katholischen Glaubens, was sich auch im Landschaftsbild durch die Vielzahl der erhaltenen Bildstöcke und Wegekreuze zeigt. Im Freilichtmuseum sind einige dieser religiösen Kulturdenkmale als Kopie vorhanden.