Spinnen am Spinnrad

Kleidung aus Wolle ist warm, robust und wasserabweisend. Sie kann bis zu einem Drittel ihres eigenen Gewichts an Wasserdampf aufnehmen, ohne dass sie dadurch ihre Wärmewirkung verliert oder sich feucht anfühlt. die Schafschur erfolgte in der Regel im Juni. Vor dem Spinnen muss man die Wolle waschen und kämmen. Durch das Kämmen werden die Fasern sortiert und ausgerichtet. Beim Spinnen geht es darum, die Rohwolle knotenlos zu einem festen Faden zu verdrehen. Auch wenn es mitunter spinnende Männer gab, so war zumindest bei der häuslichen, nicht gewerbemäßig betriebenen Textilherstellung das Spinnen die Arbeit der Frauen und der Mädchen. Die Handspindel ist das älteste dazu verwendete Gerät. Das Tret-Spinnrad, welches um 1530 erfunden wurde. verbreitete sich auf dem Land erst im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts. Sein Vorteil bestand darin, dass das Verdrehen der Fasern und das Aufwickeln des Fadens gleichzeitig geschehen. Das Spinnrad ließ sich allerdings nicht überall hin mitnehmen. So wurde die Spindel noch lange neben dem Spinnrad benutzt, um mit ihr beispielsweise auch beim Viehhüten Spinnen zu können. Gefärbt wurde die Wolle mit Pflanzenfarben in einem Bad. Für eine dauerhafte Färbung wurde ein Beizmittel wie Alaun hinzugefügt.

Wurde zu Hause gesponnen, war oft die ganze Familie beteiligt. Oder man traf sich dazu in der Spinnstube, einem Sammel- und Treffpunkt der erwachsenen Dorfungend. Gesang, Musik, Tanz Erzählen und Gespräch spielten dabei eine große Rolle. Häufig lernten sich hier zukünftige Ehepartner kennen.

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Standort im Hessenpark