Kirche aus Kohlgrund im Herbst

Erbaut: 1613
Abgebaut: 1971
Wiedererrichtet: 1998

Der Sakralbau wurde 1613 errichtet. Bei dem Gebäude handelt es sich um eine typische protestantische Kirche, die ganz auf die Predigt ausgerichtet ist. Der barocke Altaraufbau verblieb vor Ort und wurde dort in das neue Gotteshaus eingebaut. Der Altar war speziell für die Kohlgrunder Kirche von dem waldeckischen Barockbildhauer Josias Wolrat Brützel angefertigt worden. Um den Museumsbesuchern einen Eindruck von der ursprünglichen Raumwirkung zu vermitteln, wurde der barocke Altaraufbau im Maßstab 1:1 auf ein Stoffbanner gedruckt. Das ebenfalls von Brützel geschnitzte Altargitter wurde für das Museum rekonstruiert. Im linken gedrechselten Aufsatz befindet sich das Taufbecken! Die Orgel wurde 1853 durch ein neues Instrument mit spätklassizistischem Prospekt ersetzt. Die Spuren dieser Orgel verlieren sich im Zusammenhang mit dem Abbau der Kirche, sodass auch hier ein Banner das andeutet, was einmal war. Geldmangel führte dazu, dass die zur Erstausstattung gehörende Kanzel im 19. Jahrhundert nicht durch eine neue ersetzt wurde. 1921 stiftete der Waldeckische Geschichtsverein eine Tafel mit den Namen derjenigen Kohlgrunder, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren.

In den 1930er-Jahren wurde die Kirche ein letztes Mal saniert. In diesem Zusammenhang erhielt sie auch die farbliche Fassung, die sich heute den Besuchern des Freilichtmuseums präsentiert. In den 1960er-Jahren hätte in Kohlgrund eine erneute Restaurierung der Kirche angestanden. Diese Maßnahmen hätten Kosten in Höhe von 70.000 DM verursacht. Deshalb entschied sich die Gemeinde für einen Neubau, mit dem 1970 begonnen wurde. Die alte Kirche blieb zunächst stehen, damit während der Bauphase weiter Gottesdienste abgehalten werden konnten. Da das Freilichtmuseum Hessenpark zu diesem Zeitpunkt noch nicht existierte, übernahm das Westfälische Freilichtmuseum in Detmold die Kirche. Das Westfälische Freilichtmuseum bot letztendlich nicht den passenden Rahmen für eine hessische Kirche, sodass die Kohlgrunder Kiche ein zweites Mal transportiert wurde, dieses Mal in das 1974 gegründete hessische Freilichtmuseum. Hier wurde sie zunächst als Rohbau errichtet und schließlich ab 2011 mit der endgültigen Fertigstellung des Innen- und Außenbaus begonnen. Da die Kirche aus Nordhessen stammt und alle Gebäude in der Baugruppe Nordhessen den Zeitschnitt der 1950er-Jahren zeigen, präsentiert sich auch der Kohlgrunder Sakralbau im Zustand dieses Zeitraumes.

Standort im Hessenpark