Kirche aus Ederbringhausen vor sonnigem, bewölktem Himmel

Erbaut: 1801
Abgebaut: 1975
Wiedererrichtet: 1992 bis 1995

Der Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1801 und unterscheidet sich nur durch den Dachreiter und den Chor von den ländlichen Wohnhäusern der Umgebung. Das Fachwerk ist schlicht gehalten. Nur die Eingangsfassade wurde aufwendiger gestaltet. Die Kirche steht im Freilichtmuseum in einer für Kirchen ungewöhnlichen Ausrichtung nach Westen: der Eingang im Osten, der Altar im Westen, so wie sie auch in Ederbringhausen stand. Üblich ist eine Ausrichtung des Chors nach Osten, in Richtung Jerusalem.

Die Kirche in Ederbringhausen war Filialkirche der Kirche in Oberorke, obwohl sich die Einwohnerzahl der beiden Orte nicht wesentlich unterschied; teilweise, so 1880, hatte Oberorke nur halb so viele Einwohner wie Ederbringhausen. Nur zweimal im Jahr, an Karfreitag und am Erntedankfest, wurde in der Kirche ein Gottesdienst abgehalten. Auch die Leichenpredigten und die Beerdigungen fanden in Ederbringhausen statt. Warum sich der kleine und ärmliche Ort für zwei Gottesdienste im Jahr eine neue Kirche leistete, ist bislang nicht bekannt.

Erst die Fertigstellung der Eisenbahnstrecke Korbach- Frankenberg mit einem Haltepunkt in Ederbringhausen ermöglichte dort 1903 die Einführung eines 14-tägigen Gottesdienstes. Bis dahin musste Pfarrer Paul Ramdohr (1885 bis 1929 Pfarrer im Kirchspiel Viermünden) seine Filialgemeinden mit der Pferdekutsche erreichen. 1934 wurde Ederbringhausen eine eigenständige Kirchengemeinde. Man ergänzte die Kirchenausstattung mit einer Taufschüssel aus dem Jahr 1900 und einem eiserneren Ofen. Die barocke Kanzel der Vorgängerkirche stellt den einzigen Luxus des sonst schlichten, fast unfertig wirkenden Baus, mit gestampftem Boden und ungestrichenen Kirchenbänken im Inneren dar. 1954/58 wurde die Kirche grundlegend renoviert. In diesem Zustand wird sie jetzt im Freilichtmuseum gezeigt. Die originale Kanzel, die Glocke und der hölzerne Orgelprospekt wurden allerdings von den Ederbringhäusern in ihre neue Kirche übernommen. Im Freilichtmuseum wurde eine Replik der Kanzel aufgestellt.

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Standort im Hessenpark